The Tourist – “We Live, We Doubt, We Scream, We Shout” (LP 12″ – black)

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Beschreibung

“Metalcore? Eine abgedroschene, abgenutzte Phrase. THE TOURIST bringen diese Bezeichnung wieder zu dem Standort zurück, an dem damals Bands wie POISON THE WELL oder SHAI HULUD ihr Unwesen trieben. Schiefer Gesang? Wieder erlaubt. Ein Schielen gen Schweden bei der Gitarrenarbeit? Noch nicht. Werte, Energie? Noch traditionell im Hardcore verankert. Nichts gegen diesen Crossover, wie er sich das letzte Jahrzehnt so entwickelt hat, doch THE TOURIST beweisen dass es solche Revivals des Sounds, den man damals ja noch New-School-Hardcore nannte, ruhig öfter geben kann. Na ja, zumindest solange, bis diese Idee nicht wieder innerhalb eines Trends mit Füßen getreten wird. Aber das ist ein anderes Thema, und seien wir ehrlich: Soweit wird es hier nicht kommen! Egal: Was zählt ist dass „We live, we doubt, we scream, we shout“ völlig für sich steht. Nicht, weil THE TOURIST den altbewährten Sound neu erfinden würden, sondern weil er spürbar emotional und mit einer fühlbaren eigenen, jedoch unplakativen Note gespielt wird. Zudem stimmt das, was sich da musikalisch tut – ob nun der zuteilen mehrstimmige, übrigens ATREYU-artig zu großen Teilen vom Drummer gestellte Gesang, die (teils mit hübchen Effekten unterlegten) Gitarrenmelodien, die Dissonanzen. Oder halt Dinge wie Energie, Leidenschaft, Feeling – also Dinge, die sich schwer rationalisieren lassen, aber eben für so eine Platte gegeben sein müssen, und eben gegeben sind. Wie man’s auch beschreibt: „We live, we doubt, we scream, we shout“ fühlt sich durch all dies frisch an, ohne dass an den Wurzeln groß rumexperimentiert werden musste. Und dafür darf man dann auch mal so eine überschwängliche Lobeshymne schreiben, wie ich das gerade tue. Schwächen, Macken? Gibt es bestimmt, gehören für mich aber zu Gesamtbild und Charme der Platte dazu. Und ob das Teil jeden anmachen wird? Bestimmt nicht, denn dafür funktionert „We live, we doubt, we scream, we shout“ auf einer zu persönlichen Ebene. Wer aber mit genannten Referenzen etwas anfangen kann, sollte diese Platte nicht zu schnell ad acta legen.”
Allschools, 8/10 Punkte

Tracklist:

01 Note
02 I Spoke
03 A Quick Thought
04 Riots
05 Pause
06 It Starts, It Ends
07 Long Weekend
08 The Leap
09 Abandon
10 Punditry
11 Spring