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The Satellite Year – “Mission: Polarlights” (CD)

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Beschreibung

“The Satellite Year liefern mit ‘Mission:Polarlights’ ihr erstes richtiges Debüt ab. Die sechsköpfige Band stammt aus Saarbrücken und lässt sich mit ein wenig Mühe dem Post-Hardcore zuordnen. Vielleicht ein bisschen Pop-Rock und eine Spur Emo, aber welche Aussagekraft haben diese Begriffe schon. Viel gehaltvoller: The Satellite Year zeigen sich in der Ausübung ihrer Spielart verspielt, ohne dabei zu experimentell zu wirken. Und dass ‘Mission:Polarlights’ ihr erster Streich ist, merkt man dessen Atmosphäre mal so gar nicht an.
Lob und Anerkennung gebührt vor allem der gekonnten klanglichen Konzeption des Albums. Song fügt sich an Song, und die Übergänge erfolgen meistens nahtlos und unbemerkt. Teilweise wird dem Zuhörer und dessen Ohren eine kleine Entspannungspause mit zurückhaltender Instrumentierung geboten, bevor es impulsiv weitergeht. Es zwingt sich so beim ersten Durchlauf zunächst ein Eindruck des Albums als Gesamtpaket auf, bevor dann die einzelnen, sich immer in gewisser Weise ähnelnden Stücke hervortreten. Zudem enthält das Album drei Fixpunkte, an denen das Gerüst seinen Halt findet und die jenem im Ganzen eine erstaunlich gute, souveräne Figur verleihen. Die Außenflügel von ‘Mission:Polarlights’ bilden auf der einen Seite ein kurzer Intro-Track, der einen abstrakten Eindruck von der Klangzusammensetzung gibt, die den Rezipienten im Laufe der kommenden knappen Dreiviertelstunde erwarten, und auf der anderen Seite ein ruhiges Outro aus Klavierakkorden, das nicht für sich selbst steht, sondern in den letzten Track miteingebaut ist und diesen gewissermaßen zum feudalen Abschluss zerfließen lässt. Zentral im Album befindet sich ein ebenso von Klavierklängen getragenes Interlude, in welchem eine Frauenstimme einen unbestimmten Gesprächspartner in russischer Sprache als ihre ‘magische Inspiration’ anschmachtet und darum bittet, nicht allein gelassen, sondern geliebt zu werden. Wenn man des Russischen nicht mächtig ist, ist diese Darbietung gar nicht mal so kitschig. Und wenn man Russisch versteht – eigentlich auch ziemlich schön. Zur Sicherheit hat man diesem Zwischenspiel aber dann doch noch einen französischen Titel verpasst: ‘Il Y A Que La Vérité Qui Blesse’ (‘Nur die Wahrheit verletzt’).
Das Netz aus Musik, das The Satellite Year drumherum gewoben haben, bleibt nicht hinter seiner liebevollen Einbettung zurück. Man begegnet ausgesprochen dynamischem, mit viel Abwechslung aufwartendem Schlagzeug- und immer mal wieder verblüffendem Gitarrenspiel. Ebenso alternieren das Tempo und die Lautstärke der Stücke, und keine Passage gerät zu lang oder zu eintönig. Im Zweifelsfall treiben die Drums, gleich einem vitalen Herzschlag, die Stücke voran, so zum Beispiel im Song ‘A Campus: A Heart: A Star’. Das Intro desselben dürfte übrigens so einigen Deep Purple-Liebhabern ein kurzes Flashback bescheren, erinnert es doch ein wenig an die zahlreichen Orgelvariationen vom Album ‘In Rock’. Die hohe, klare und damit genretypische Stimme des Sängers tritt fast nie im Alleingang auf und oft ist der hymnenhaft-pathetische Gesang zweistimmig. Synthesizer werden sparsam, aber dafür innovativ und geschmackvoll eingesetzt. Sie bilden stimmig den zum Schlagzeug-Herzschlag gehörenden Puls. Erfreulich ist, dass, obwohl die Songs klanglich sehr dicht und stark gitarrenlastig sind, an keiner Stelle ein E-Gitarren-Brei entsteht, der alles verschluckt. Im Gegenteil: Man merkt, dass die Band sich Mühe gegeben hat, die gespielten Licks, Noten und Akkorde klar ausdefiniert zu halten. Erreicht haben sie sogar noch mehr: Alle Stücke machen aufnahme- und produktionstechnisch viel her und entzücken durch ihren bisweilen kristallenen, transparenten Sound, wirken dabei aber keinesfalls zu glattgebügelt.
‘Klar ausdefiniert’ und ‘transparent’ sind auch die Texte: von hermetischer Lyrik und balladesken Endlosversen halten The Satellite Year sichtlich wenig. Lyrische Luftschlösser vermisst hier allerdings auch niemand. Es wäre vermutlich auch deplatziert, denn The Satellite Year wissen ohne weiteres, was sie sagen wollen und wie sie das persönlich am authentischsten ausdrücken. ‘You make my heart dance like a seahorse’, heißt es anrührig im ausgesprochen guten ‘Yeah, The Ocean!’ – und alle wissen, was gemeint ist. Wer aber nun glaubt, die Saarländer befassten sich mit nur wenig mehr als Seepferdchen-Metaphorik, dem sei zur Entkräftung dieser These ‘Citizens. Districts. Telescopes’ ans Herz gelegt – ein leidenschaftlicher Song über leidenschaftlichen Sex.
Bei ‘Mission:Polarlights’ handelt es sich um ein erstaunlich erwachsenes Debütalbum, mit dem nicht nur die Band selbst überaus zufrieden sein sollte. Ohne dabei übertaktet oder affektiert zu wirken, bietet das junge Sextett eine blitzsaubere Blaupause seiner musikalischen Zukunft dar. Natürlich nicht ohne künstlerischen Vorbehalt. Sehr gerne mehr davon!”

Whiskey Soda, Note 1-

10